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Kurz zusammengefasst: Von den sicher zwei Dutzend Laboren, an denen ich, Rudi Piwko, mit von der Partie war, war es das Labor bei dem mit Abstand am meisten schiefging. Eigentlich eine einzige Katastrophe und eine maximale Geduldsprobe für die Beteiligten. Und gleichzeitig: Fast alle hielten durch, wir haben miteinander aus den strategischen Fehlern, den didaktischen Missgriffen und den technischen Unzulänglichkeiten extrem viel gelernt – es war eben ein Labor mit Ausprobiereffekt und einer hohen Solidarität und Fehlerfreundlichkeit. Raphael Wankelmuth hat einmal zusammengestellt was hätte sein sollen und was es dann wirklich war und warum. Und natürlich ein schöner Einblick: Raphaels Video Clip zum Desaster!

Wir wollen uns belohnen und wiederholen die Übung im Januar. Natürlich wollen wir die Lehren aus dem Katastrophenfall berücksichtigen (und werden vielleicht neue Fallen entdecken).

Als ein Dreischritt wurde das Labor angekündigt (moderieren, visualisieren, beteiligen). Als ein Dreischritt soll hier die Auswertung erfolgen:

(1) Wie das Labor hätte ablaufen sollen
(2) Wie es tatsächlich ablief und was wir daraus gelernt haben
(3) Wie das Labor aussähe, wenn wir es noch einmal durchführten

 

Wie das Labor hätte ablaufen sollen: 6 Phasen, 1 Labor

Phase 1 – Einstimmung aufs Labor

Jeder*m Teilnehmer*in bekommt Post zu sich nach Hause, ganz analog. Der Briefumschlag enthält wiederum mehrere Umschläge, darf erst zu Beginn der Laborzeit geöffnet werden und weckt Lust nach mehr.

 

Phase 2 – Start des Online-Labors auf wonder.me

Wonder.me ist ein browserbasiertes Videokonferenztool. Das Besondere dabei ist: jede*r Teilnehmer*in wird durch ein kreisförmiges Foto symbolisiert, mit dem auf einer Oberfläche hin- und her navigiert werden kann. In einer Videokonferenz ist man immer nur mit den Personen/Fotos, die direkt neben einem steht, in Verbindung. Perfekt für ein Kugellager zum Kennenlernen, und für das Öffnen des ersten Umschlags.

 

Phase 3 – Zoom

In Zoom wird der zweite Umschlag geöffnet: ein Luftballon und Augen zum aufkleben. Die Teilnehmer*innen bereiten sich in Duos in Break-Out Rooms auf das reihum wechselnde Vorspielen einer Impro-Theater-Szene vor: Typische Momente aus dem Video Chat

 

 

Phase 4: Miro + Unsplash

Miro ist ein digitales Whiteboard mit integrierter Videofunktion – Auf Unsplash finden sich unzählige Copyrightfreie Bilder zu jedem Thema, die kostenlos heruntergeladen werden können. Um die Verbindung der beiden Tools zu erproben, erstellen sich die Teilnehmer*innen Pinnwände auf Miro mit Fotos aus Unsplash. Unser geplantes Thema für’s Labor:

Meine Sorge – meine Hoffnung

 

Phase 5: Bastelmaterialien

Das Tool „Bastelmaterialien“ ist analog und ergänzt trotzdem (oder gerade deshalb?) perfekt die digitale Welt der Videokonferenzen. Ausgestattet mit Glitzerpapier, Pfeifenputzern und weiteren schönen Utensilien des dritten Umschlags erstellt jede*r eine Auslegeordnung mit dem Thema „Mein Corona Hintergrund – warum arbeite ich so?“

 

Phase 6: Walk and Talk

Eine bewegte Pause – nicht allein, sondern zu zweit. Alle klappen den Laptop zu, gehen nach draußen und kommen, ausgestattet mit Handy und Headset, in Tandems miteinander in Kontakt.

 

 

Phase 7:  Planspiel in Gather.Town

Gather.Town sieht aus wie ein Videospiel aus den 80ern und funktioniert nach demselben Prinzip wie wonder.me (und der echten Welt): bist du den Leuten nah, hörst und siehst du sie. Wenn nicht, dann nicht. Zusätzlich kann man aber nicht nur personalisierte Maps erstellen, sondern auch interaktive (Whiteboards, Google docs, Online Spiele) und nicht interaktive Gegenstände (Fotos, Möbel,….) auf der Karte hinterlegen. Das perfekte Tool für ein virtuelles Planspiel.

 

Phase 8: Auswertung mit Mentimeter

Mentimeter ist ein Onlinetool für Live-Abstimmungen. Eigentlich wurde Mentimeter konzipiert, um bei Veranstaltungen die Ergebnisse über den Beamer allen sichtbar zu machen und Abstimmungen einen größeren Event-Charakter zu verleihen. Im digitalen Raum fungiert die Bildschirmfreigabe per Zoom als „Beamer“.

 

Wie es tatsächlich ablief und was wir daraus gelernt haben

Beim tatsächlichen Experimentieren ging einiges schief:

  1. Technische Probleme auf wonder.me – nur die Hälfte der Teilnehmer*innen konnte sich sehen/hören.  -> Trotzdem sind wir erst nach 30min auf Zoom gewechselt – im Nachhinein betrachtet 25min zu spät
  2. Nicht alle kamen mit den Pinnwänden auf dem digitalen Whiteboard miro zu recht + wir machten Bekanntschaft mit der nur dürftig funktionierenden Videofunktion bei miro
  3. Mehrmals wurde Teilnehmer*innen im Warteraum bei Zoom „vergessen“

Unsere lessons learned:

  1. Immer auf einer „sicheren“ Plattform starten (z.b. Zoom)
  2. Verliebe dich nicht in die Tools – alles was nicht funktioniert wird gestrichen oder auf für alle zugängliche Software angepasst
  3. Plane genügend Zeit für Technik-Checks und Einführungen in die Tools ein
  4. Trenne wenn möglich die Rollen „Inhaltliche Moderation“ und „technischer Host“.
  5. Im digitalen Raum gibt es nicht nur zwei, sondern drei Ebenen des Gelingens: Neben der Vorbereitung und Moderation ist hier auch die Technik entscheidend. Funktioniert das Mikro nicht, kann das z.B. nicht durch noch lauteres Sprechen ausgeglichen werden.

Aber trotz allem, die wichtigste lesson learned war für uns folgende:

Auch Online ist es möglich miteinander in Kontakt zu kommen. Die Annäherung mit allen Sinnen war – wären die technischen Herausforderungen nicht gewesen – hilfreich und anregend.

Der ideale, neue Workshop

…wie der Workshop aussehen würde, wenn wir ihn noch einmal durchführen würden? Das verraten wir hier nicht, aber kommt doch einfach zum Socius labor am 28. Januar 2021:
„SOCIUS labor online: Virtuelle Tools – moderieren, visualisieren, beteiligen – das Remake“

Sinnvoll zusammen wirken

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