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Regenerative Leadership

The DNA of life-affirming 21st century organizations 

von Giles Hutchines & Laura Storm (2019) 
Worum geht es? 

Die Autor:innen Giles Hutchins und Laura Storm, Leadership-Expert:innen, Nachhaltigkeitspraktiker:innen und Eltern junger Kinder, bewegen Fragen wie: 

Welche Welt vermachen wir zukünftigen Generationen? Wie können wir neue, lebensbejahende Wege finden und Praktiken etablieren, sodass alle in unseren Ökosystemen und auf unserem Planeten gedeihen können? 

Daraus entstand das Buch – als eine Art Eintrittskarte für Menschen mit Bezug zur Führungspraxis, die auf der Suche nach einem anderen Paradigma sind, in dem es Organisationen, den Menschen in ihnen und unseren Ökosystemen gut geht. 

“Regenerativ” meint hier: “Bedingungen zu schaffen, die es dem Leben ermöglichen, sich ständig zu erneuern, in neue Formen überzugehen und inmitten sich ständig verändernder Lebensbedingungen zu gedeihen. Dieses Grundprinzip untermauert eine lebensbejahende Führung und Organisationsentwicklung, bei der unsere Organisationen die evolutionäre Dynamik des Lebens eher unterstützen als behindern.“  

Was macht das Buch aus? 

Das Buch bietet einen grundlegenden Überblick zu “regenerativer Führungspraxis”. Mit vielen Beispielen aus der Praxis von Organisationen (vorwiegend im for-profit Bereich) und vielen wissenschaftlichen Verweisen, weist es Wege und  Möglichkeiten auf, wie man als Führungskraft Organisationen auf eine regenerative Art und Weise führen und verändern kann. 

Immer wieder gehen Hutchins und Storm darauf ein, wie zentral die innere Arbeit, die eigenen Werte, Einstellungen und Praktiken jede:r einzelnen von uns dabei sind:  “To become a living systems being”, ein Mensch zu werden, der sich als Teil eines größeren Ganzen versteht, ist einer der Schlüssel dabei. 

Neben Herleitung, Überblick und Praxisbeispielen enthält das Buch auch einen Methodenteil – sowohl für die eigene Arbeit als auch für die Arbeit im Team. 

Was waren meine wichtigsten Take-Aways? 
  • Intelligenz größer denken: Wir können Intelligenz bewusster und ganzheitlicher verstehen. Denn oft stehen die kognitive und emotionale Intelligenz ganz vorne auf der Bühne im Rampenlicht, während sich andere Weisen von Intelligenz rar machen und nicht bewusst zum Vorschein kommen. Hutchins und Storm beziehen sich hier auf die vier Arten von Intelligenz, die der Schweizer Psychiater C.C. Jung als kognitive, emotionale, spirituelle und somatische benannte. 

 

  • Die Natur als kostenlose Bibliothek: Die Einführung des Kapitels zum Thema Living Systems Design enthielt diese Passage, an die ich mich oft erinnere: 

“Die Natur ist eine Bibliothek für regenerativ Führende. Sie bietet Zugang zu 3,8 Milliarden Jahren Forschung und Entwicklung, die Inspiration, Informationen und Anwendungen für die Neugestaltung blühender Gesellschaften, lebendiger Organisationen und lebensbejahender Produkte und Dienstleistungen liefern, die einen Mehrwert für ein größeres Ökosystem darstellen.” (S.147)  

3,8 Milliarden Jahre Forschung! So hatte ich das bisher noch nicht gesehen. Was für eine Weisheit! 

  • Führung und Stille gehören zusammen: Es berührt mich immer wieder, wenn ich höre, wie wichtig Stille ist, gerade auch für Führung. Immer wieder mal falle ich auf die Ohrwürmer des Mainstreams hinein, die ein kontinuierliches “Höher! Schneller! Weiter!” fordern. Wir wissen, wie schädlich und unnatürlich das ist. Wir wissen, es braucht Menschen in Teams und Organisationen, die täglich Druck und Stress erleben, die diesem nicht verfallen und mit Stille, Ruhe und Mitgefühl dem Raum geben, was entstehen will. Hutchins und Storm beschreiben es so: 

“Wir brauchen dringend Führungspersönlichkeiten, die es wagen, mit sich selbst und anderen in der Stille zu sitzen und dem Raum zu geben, was auf ruhige und einfühlsame Weise zum Vorschein kommen will.” (S. 226) 

Wem würde ich das Buch empfehlen? 

Jede:r, die Lust hat, sich einen Überblick über die grundlegenden Gedanken hinter “regenerativer Praxis” im Organisationskontext zu machen und neugierig sind, wie sie selbst “regenerative Praktiken” einbringen können . Achtung, es gibt keine speziellen Hinweise für Non-profit Organisationen. Ich fand jedoch, dass vieles analog übertragbar auf Organisationen aus dem sozialen Sektor ist. 

Lust reinzuschnuppern? Hier gibt es mehr: 

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