Zwischen Aufbruch und Beständigkeit

Autor:in: Yi-Cong Lu

Liebe Leser:innen,

An allen Ecken spüren wir, wie sich die Rahmenbedingungen rasant verschieben. Nicht nur die Politik, auch Organisationen, Verbände, Vereine und Behörden – sie alle geraten derzeit noch stärker unter Veränderungsdruck, als es ohnehin schon der Fall war. Fördermittel brechen weg, Geschäftsmodelle geraten ins Wanken, Wertschöpfung und Wirkungslogiken verändern sich massiv (nicht nur in der Automobilbranche), das Verhalten jüngerer Zielgruppen wandelt sich spürbar (z. B. digitaler), Fachkräfte fehlen, KI wirbelt mit – kurz: Das Spielfeld verändert sich grundlegend.

Manche Akteur:innen müssen sich gefühlt neu erfinden, sei es in ihrer Wertschöpfung oder in den internen Strukturen und Prozessen. Doch was braucht es für eine solche Erneuerung?
Mit dieser Frage beschäftigen wir uns aktuell intensiv. Dabei versammeln wir als Kollektiv unterschiedliche Perspektiven und beforschen sie gemeinsam – um in dieser zentralen Frage gestaltungsfähig und orientierungsgebend zu bleiben.

Einige Beiträge in diesem Brief geben euch Einblick in diesen inneren Dialog:

In meinem Blog-Artikel geht es um theoretische und praktische Impulse, wie Organisationen mit gegensätzlichen Kräften in Erneuerungs- und Innovationsprozessen umgehen können – etwa zwischen dem Bewahren und dem Verändern. Ich zeige auf, wie Polarisierungstendenzen nicht zwangsläufig zur Spaltung führen müssen, sondern als produktive Spannung im Klärungsprozess genutzt werden können – um eine integrative Erneuerungsenergie zu entfachen, die viele mitnimmt.

Andi Knoth zeigt in seinem Blog-Artikel einen realistischen und zugleich ermutigenden Zugriff auf Strategiearbeit in Zeiten des Umbruchs. Er beleuchtet, wie Organisationen – statt umfangreiche, schnell überholte Strategiepapiere zu erstellen – besser flexible, evolutionäre Entwicklungspfade abstecken können, bei denen vielversprechende Muster Schritt für Schritt gestärkt und verbreitert werden.

Joana Ebbinghaus gibt uns in ihrem Blog-Artikel einen Einblick in ihre Auszeit. Es geht dabei auch um die Erfahrung des Loslassens einer Nützlichkeitslogik, die wir in allem suchen, was wir tun – sogar in der Pause.
Was hat dies mit Erneuerung und Veränderung zu tun? Aus unserer Sicht sehr viel. Denn Erneuerung ist ohne Loslassen nicht denkbar. Es gibt keinen kreativen Akt ohne den Moment der Kontrollabgabe. Und um Loszulassen brauchen wir Vertrauen zu uns oder zu anderen. 

Wir wünschen euch viel Inspiration beim Lesen und besinnliche, erholsame Feiertage – eine Zeit, in der ihr Abstand gewinnen könnt, von den großen, fordernden Themen dieser Tage. Möge sie Raum bieten für Begegnung, Gemeinschaft und das, was im Trubel des Jahres oft zu kurz kommt: innehalten, durchatmen, gemeinsam zur Ruhe kommen.

Yi-Cong Lu,

Andi Knoth, Nicola Kriesel, Julia Hoffmann, Joana Ebbinghaus, Denise Nörenberg, Lysan Escher, Hannah Kalhorn und Christian Baier  

 

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