Empört euch – und dann?
Stéphane Hessel, Buchenwald-Überlebender, Mitglied der Résistance ehemaliger UN-Diplomat, hat 93-jährig 2010 ein dünnes Büchlein geschrieben, das uns aufgerüttelt hat. Seine Botschaft war einfach: Empörung ist keine Schwäche. Sie ist ein Anfang. Sie ist demokratische Praxis.
Aktuell gibt es viel, worüber man sich empören kann. Und gleichzeitig ist Empörung in professionellen Zusammenhängen oft nicht angesagt – zu emotional, zu unkontrolliert, zu wenig lösungsorientiert. Was aber verlieren wir und was sind die Folgen davon, wenn wir sie wegschieben?
Dieser Abend schafft Raum für das, was anderswo gerade keinen Platz hat: für Wut, Unverständnis und das Benennen von dem, was nicht stimmt.
Zwischenraum
Vieles ist gerade nicht mehr, wie es war. Manches hat noch nicht begonnen. Wir stehen dazwischen – zwischen dem, was nicht mehr trägt, und dem, was noch nicht da ist.
Zwischenräume sind unbequem. Man möchte schnell hindurch, am liebsten ohne hinzusehen. Aber Zwischenräume sind auch Orte der Möglichkeit, wenn wir sie nicht nur durchqueren, sondern in ihnen verweilen. Wenn wir uns fragen, was noch nicht zu Ende ist, woran wir festhalten dürfen. Und was noch nicht angefangen hat, wonach wir greifen können.
Der Salon "Zwischenraum" ist ein Versuch, diesen Raum gemeinsam zu gestalten – nicht zu überspringen. Drei Abende, drei Fragen, ein offenes Gespräch. Für Menschen, die mitten im Zwischenraum stehen und trotzdem weitermachen.