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SOCIUS.Blog

Der zweite Teil unseres oe-tags 2020 ist mit viel inspirierter Energie und Veränderungsanregungen zu einem sehr schönen Ende gekommen.

Info: Dieser Artikel wurde kollektiv, Absatz für Absatz von unterschiedlichen Mitgliedern des SOCIUS-Teams geschrieben.

Wie wird in der Zukunft mit Geschlechtern im Arbeitskontext umgegangen? Was ist das höchste und konstruktivste Potential von Geld? Wird es in der Zukunft noch Gemeinnützigkeit geben? Und was macht die Organisationsentwicklung überhaupt in 10 Jahren? Nachdem wir im März den live oe-tag von Juni auf September verschieben mussten, schien es uns in dieser Zeit voller Unklarheit und offenen Möglichkeiten geboten, uns mit starken Utopien und positiven Gesellschaftsvisionen anzureichern und aufzuladen. Mit vielen Fragen an die Zukunft machten wir uns am oe-tag auf eine Reise hin zu progressiven Ansätzen, der Erforschung gesellschaftlicher Fragen und Verantwortung und dem Erkunden von Nischen und unentdeckten Lösungen. 

 

Utopisch aufgeladen

Du betrittst den Saal des Refugio – dem Sharehouse Projekt der Stadtmission im nördlichen Neukölln. Du hast keine Ahnung, was genau Dich erwartet. 50 Stühle stehen wie ein pandemisches Archipel im Raum verstreut: Everyone is an Island – ist das die Zukunft? Es wird schnell klar, dass dies keine Konsum-Konferenz wird, kein Berieselungsbuffet. Du bist gefragt: Wovon träumst Du? Woran glaubst Du? Was ist deine Rolle auf dem Weg zu dieser Utopie? Diese Denkrichtung ist nicht sofort vertraut, hier und da verhakt sich noch etwas. Vielleicht kein Zufall, dass der überwältigende Teil der Social Fiction Filme unserer Zeit dystopisch ist – sind Utopien gar ein Artefakt aus der Vergangenheit? Lino Zeddies, Autor von Utopia 2048, der als Besucher aus der goldenen Zukunft berichtet, lehrt uns anderes – eine sozial und ökologisch gesunde Welt ist vorstellbar. Du spürst in Dir eine Mischung aus Dankbarkeit und naiver Freude aufwallen. Du bist ready, aufgeladen vom Utopian Charge…

 

Utopian Charge? Diese Wortschöpfung beschreibt die Fähigkeit sich in einen anderen Bewusstseinszustand zu begeben, um sich mit utopischen Ideen zu verbinden und zu beginnen diese selbst zu leben und zu verkörpern. Das bedeutet, die Welt so zu akzeptieren, wie sie momentan ist. Angesichts aller gesellschaftlichen Missstände scheint dies nicht leicht. Dennoch geht es darum die Gegenwart aus sich selbst heraus neu und utopisch zu denken. Es geht auch darum, sich selbst zu akzeptieren, denn aus einem “Die Welt ist nicht okay und ich bin es auch nicht”-Gefühl heraus, kann kein utopischer Bewusstseinszustand entstehen. Uns war es wichtig, am oe-tag ein Gefühl dieses Utopian Charges zu vermitteln und wir haben dies verwoben mit den unterschiedlichen Ebenen, auf denen Veränderung stattfinden soll: Der individuellen und Beziehungsebene, auf der Organisations-und Arbeitsebene und der politisch-gesellschaftlichen.

 

Wofür denn eigentlich Utopie?

“Ich bekomme hier mehr Utopie als ich wollte,” bemerkt eine Teilnehmerin energetisiert während eines der acht Workshops. Denn Utopie heißt Hoffnung, Utopie ist die Fähigkeit, sich eine Zukunft auszumalen, die noch besser ist als die Gegenwart. Dies zu üben tut gut. Denn wir tun es viel zu selten. “Wer kennt einen Film, der ein positives Bild von der Zukunft zeichnet?” fragt Andreas Knoth von SOCIUS in seiner Keynote zu “Die Zukunft der OE – welche gesellschaftliche Verantwortung.” Keiner meldet sich. Doch – eine Stimme. Ein Jugendlicher. “Die Thundermans.” Alle anderen schauen sich an und zucken die Schultern. Nie gehört. (Eine nachgelagerte Recherche ergab, dass es sich hier zwar um eine Superheld*innenfamilie mit utopischen Fähigkeiten handelt, die Welt aber durchaus von Superschurken geprägt und weniger utopisch ist.)

Wir sind viel Fahrstuhl gefahren an diesem Tag. Immer wieder war die Frage im Raum, wie sich meine Utopie mit dem gesellschaftlichen Zusammenleben in 2048 verbindet. Zwischen vermeintlich unterschiedlichen Workshops wie dem Umgang mit Geld in der Zukunft und unserem zukünftigen Bild vom Zusammenleben und -wirken der Geschlechter konnten Verknüpfungen gestaltet werden. So entstand auf großer gesellschaftlicher Ebene ein bewegendes utopisches Mosaik während individuell Energie und Ideen gesammelt werden konnten, dieses Mosaik täglich mit Freude anzureichern. Und so war es auch ein Verweben zwischen Menschen und eine Begegnung der ganz besonderen Art.

 

Wir danken allen, die sich mit uns auf diese Reise gemacht haben und dazu beigetragen haben, dass das Konzept des Tages so schön aufgegangen ist und seine Magie entfalten konnte. “Allem Anfang wohnt ein Zauber inne” – diesen Zauber zu systematisieren und als Referenzrahmen für die verschiedenen Workshops und Inputs der ganzen Konferenz zu nutzen, war ein gewagtes Experiment. Wir freuen uns sehr, dass es erfolgreich war.

Weitere Bilder und Infos zum oe-tag finden sich hier.

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